Die Relevanz der psychischen Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz

Die Relevanz der psychischen Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz

Psychische Erkrankungen sind die zweithäufigste Ursache krankheitsbedingter Fehlzeiten im Beruf. Seit Jahren steigt die Krankheitslast durch psychische Diagnosen rapide an. Der Anstieg des Krankenstandes ist eines der auffälligsten Entwicklungen der letzten Jahre, im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Arbeitsunfähigkeitsvolumen aufgrund psychischer Diagnosen um 70 Prozent erhöht. 2020 dauerte eine durchschnittliche Krankschreibung aufgrund einer psychischen Erkrankung in Deutschland durchschnittlich 38,8 Tage (Quelle: Statista) – damit liegt der Durchschnittswert auf einem neuen historischen Rekordwert. Hinzu kommt, dass die Ausfallzeiten, welche durch psychische Erkrankungen verursacht werden, deutlich länger sind als bei körperlichen Erkrankungen und dadurch erhebliche Kosten verursacht werden. Auch die Diagnosestellung gestaltet sich häufig schwieriger als bei Erkrankungen mit einer physischen Ursache. Psychische Erkrankungen bleiben lange verborgen, dadurch ist der Leidensdruck des Betroffenen nach außen hin nicht erkennbar. Hinzu kommen oft Hemmungen der betroffenen Personen, dies offen gegenüber Vorgesetzten und Kollegen zu kommunizieren. Anhand dieser Erläuterungen wird die hohe Relevanz des Themas und damit die Bedeutung der psychischen Gefährdungsbeurteilung deutlich. Unter psychischer Gefährdungsbeurteilung versteht man die Überprüfung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebung auf psychische Belastungen. Ziel dabei ist es, etwaige Belastungsquellen zu identifizieren und gezielt zu verändern. Nach §5 des Arbeitsschutzgesetzes ist jeder Arbeitgeber unabhängig von Unternehmensgröße und Branche zur Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung verpflichtet. Eine Schwierigkeit bei der Beurteilung der Belastungsfaktoren liegt darin, dass Menschen ihre Umwelt individuell wahrnehmen und somit auch Belastungen des Umfeldes je nach Ausprägungsgrad individueller Schutzfaktoren, wie z.B. Resilienz, unterschiedlich stark wahrnehmen. Anhand welchen Prozesses die psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird, steht den Unternehmen frei. Wir als Amberger Consulting GmbH führen die psychische Gefährdungsbeurteilung mithilfe unseres wissenschaftlich validierten Instruments zur Arbeitsanalyse (ISAA) durch, anhand dessen können belastende Faktoren im Unternehmen identifiziert und verringert werden. Zusätzlich zu den objektiven Faktoren erfolgt außerdem eine individuelle Einschätzung, um akute Belastungen sofort eruieren zu können und dadurch einen erfolgreichen und praxisnahen Prozess zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Mit Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung kommen Arbeitgeber nicht nur ihrer gesetzlichen Pflicht nach, sondern profitieren auch langfristig davon. Mögliche Überlastungen der Mitarbeiter werden frühzeitig erkannt und Verbesserungspotenziale können identifiziert werden. Da die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter zu den wichtigsten Gütern eines Unternehmens zählen, ist die Übernahme von Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten sowie die Etablierung von Schutzmaßnahmen als zentrale Managementaufgabe zu betrachten. Gleichzeitig regt es die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Eigenverantwortlichkeit im Hinblick auf gesundheitsförderliche Verhaltensweisen an. Langfristig betrachtet kommt es durch eine frühzeitige Erkennung von Belastungsfaktoren und Veränderung dieser zu geringeren krankheitsbedingten Ausfallzeiten und damit zur Kostenersparnis für das Unternehmen. Die Mitarbeiter sind gesünder und zufriedener, was sich wiederum positiv auf die Mitarbeiterbindung und die Arbeitgeberattraktivität auswirkt – also eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Beschäftigte.

Quelle:
https://wirtschaftspsychologie-aktuell.de/magazin/personal/psychische-gefaehrdungsbeurteilung-entlastet-mitarbeitende