Untrennbar – Wirtschaft und Psychologie

Untrennbar – Wirtschaft und Psychologie

Die Psychologie setzt sich mit dem Erleben und dem Verhalten von Menschen auseinander. Sind die fokussierten Sachverhalte, im Bereich der Wirtschaft angesiedelt, kommt die Wirtschaftspsychologie zum Einsatz. Die Wirtschaftspsychologie bildet demnach eines der zahlreichen Anwendungsfächer in der Psychologie und beansprucht für sich, wirtschaftliches Verhalten zu erklären.

Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie“ erkannte schon der erste Bundesminister für Wirtschaft Ludwig Erhard (1897–1977). Dennoch wurde der Bedeutsamkeit psychologischer Erkenntnisse für die Wirtschaft lange Zeit nur geringe Beachtung geschenkt. Das wachsende Interesse an der Wirtschaftspsychologie wurde auch maßgeblich durch den amerikanischen Psychologen Daniel Kahnemann (in Zusammenarbeit mit Vernon L. Smith) angeregt. Er wurde 2002 „für das Einführen von Einsichten der psychologischen Forschung in die Wirtschaftswissenschaft, besonders bezüglich Beurteilungen und Entscheidungen bei Unsicherheit“ mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Ihre Forschung basierte auf der Beobachtung, dass das menschliche Verhalten häufig strikten Rationalitätskriterien entgegensteht. Kahnemann und Smith entkräfteten somit das Menschenbild des Homo Oeconomicus, einem wirtschaftlichen Menschen, welcher die Fähigkeit zu rein rationalem Verhalten besitzt.

In der Werbung, bei Kaufentscheidungen, im Markenmanagement, bei der Kundenzufriedenheit und -bindung, der Gesundheit in der Wirtschaft und in der Personalarbeit werden Wirtschaftspsychologen tätig, um nur einige der zahlreichen Wirkungsbereiche zu nennen. Heute wissen wir, psychologische Faktoren beeinflussen das gesamte wirtschaftliche Geschehen. Die Notwendigkeit von Psychologen in der Wirtschaft ist unabdingbar und bietet breitflächig große Potenziale.